Häufig gefragte Fragen zur Ernährung von Hund & Katze

Selbst unter Experten ist man sich nicht ganz sicher, welche nun die "ursprünglichere" Bezeichnung ist. „Born again raw feeders” oder “bones and raw food”. Im Deutschen hat man es in “Biologisch artgerechte Rohfütterung” übersetzt. Gekennzeichnet ist BARF dadurch, dass ALLE Zutaten in rohem Zustand in einem bestimmten Verhältnis zueinander gefüttert werden und nichts gekocht wird.

Bei gesunden Hunden und Katzen kann die Umstellung auf Barf von einem Tag auf den anderen erfolgen. Unterstützend können Darmbakterien gegeben werden.

Verweigern Katzen das rohe Fleisch, kann dieses mit dem bisher gefütterten Futter zusammengemischt werden. Die Menge des Rohfleisches langsam steigern bis vom ursprünglichen Futter nichts mehr gegeben werden muss.

Ja, das können Sie. Bei alten und/oder kranken Tieren sollte aber auf die Verdauungssituation des jeweiligen Tieres Rücksicht genommen werden. Alte Tiere haben oft eine verminderte Verdauungsleistung, schlechte oder gar keine Zähne mehr. Die BARF-Fütterung bei Krankheiten bedarf einer entsprechenden Unterstützung durch einen damit vertrauten Tierarzt und eines ausgebildeten Ernährungsberaters.

Sie können einen Fasttag einlegen, müssen aber nicht. Bei einem Fasttag muss die an diesem Tag eingesparte Futtermenge auf die anderen Tage aufgeteilt werden.  Bei gesunden Hunden ist ein Fasttag in der Woche kein Problem, bei kranken Hunden sollte dieser nicht durchgeführt werden. Aus gesundheitlichen Gründen ist ein Fasttag nicht erforderlich.

Bei Katzen ja, beim Hund ist das nicht notwendig. Katzen sind sehr wählerisch, und oft ist das Zusammenmischen der alten Futtersorte mit dem Fleisch die einzige Möglichkeit die Katze an das neue Futter zu gewöhnen.

Aufgrund dessen, dass die Katze ein reiner Fleischfresser ist und Getreide nur sehr schlecht verdauen und verwerten kann, ist Getreide für die Katze ungeeignet.

Der Hund benötigt ebenfalls kein Getreide im Futter, da er seinen gesamten Energiebedarf über den Fettstoffwechsel abdecken kann. Besonders bei Hunden, die schon zu Übergewicht neigen, verstärkt Getreide im Futter das Gewichtsproblem noch weiter. Bei aktiven, in der Leistung stehenden, schlanken Hunden kann ab und zu (maximal 10% der Gesamtration) Getreide gefüttert werden, dieses sollte sich aber auf Getreidesorten mit niedrigem glykämischen Index beschränken, da hier der den Organismus belastende Blutzuckeranstieg langsamer und geringer ausfällt.

BARF bedeutet ja, dass ALLE Zutaten roh gegeben werden. Gemüse kann fein geraspelt oder als Smoothie verabreicht werden. Bei kranken Hunden, besonders wenn es sich um Erkrankungen des Darmes und/oder der Bauchspeicheldrüse handelt, müssen Gemüse und dann meist auch das Fleisch gekocht werden.

Knochen dürfen nur roh verfüttert werden. Die Knochenmenge sollte an die Größe des Hundes angepasst werden, denn auch bei der Fütterung von rohen Knochen kann eine Knochenkotverstopfung entstehen, wenn die Menge der Knochen zu groß ist. Knochen sollten nie ohne etwas Fleisch daran gefüttert werden.

Nein, die Hunde werden nur vitaler und lebhafter, was häufig mit vermehrter Aggressivität verwechselt wird. Auch die Behauptung „gebarfte“ Hunde würden zu Jagen anfangen, gehört ins Reich der Märchen.

Nein, ist es nicht - wenn man sich bei der Zusammenstellung der Ration an der Zusammensetzung eines Beutetieres orientiert. Beim Hund teilt man die Ration in ca. 70 - 80% tierische und 20 - 30% pflanzliche Bestandteile, wobei der tierische Anteil aus etwa 60% Muskelfleisch, 10-15% Fett, 5-10% Innereien und ca. 15% rohen, fleischigen Knochen (Hühnerhälse, Hühnerflügel etc.) bestehen sollte. Dazu Lachsöl für die Versorgung mit ungesättigten Fettsäuren.

Bei der Katze besteht die Mahlzeit aus etwa 95% tierischem Anteil (inkl. 10 - 20% Fett, 5 -10% Innereien und 15% rohen, fleischigen Knochen) sowie 5% Ballaststoffen (d.h. geraspeltes Gemüse und/oder Flohsamen). Weder beim Hund noch bei der Katze sind bei einem gesunden Tier weitere Zusätze notwendig.

Nein, weder beim Hund noch bei der Katze braucht man dieses Verhältnis zu beachten, wenn man sich bei der Zusammenstellung der Mahlzeit an der Zusammensetzung des Beutetieres orientiert und die Knochenmenge der des Beutetieres entspricht. Die immer wieder angeführte Bedeutung des "richtigen" Kalzium-Phosphorverhältnisses wurde erst wichtig durch die Fütterung mit industriell verarbeitetem Futter, in dem in der Regel ein hoher Anteil an Getreide enthalten ist. Die im Getreide enthaltene Phytinsäure verhindert die Absorption wichtiger Mineralstoffe wie Kalzium im Darm. Wenn viel Getreide im Futter enthalten ist,  muss dann natürlich Kalzium im Nachhinein zugesetzt werden.

Manche Hunde und Katzen sind schlichtweg nicht in der Lage Knochen zu fressen. Sie schlucken sie als Ganzes hinunter und/oder würgen sie dann wieder hinauf. Auch Knochenkotverstopfungen können bei empfindlichen Tieren schon bei geringen Knochenmengen auftreten.

Auch bei manchen Erkrankungen und bei Zahnverlusten ist es manchmal nicht möglich Knochen zu füttern. Manche Tiere verweigern Knochen auch komplett. Um das fehlende Kalzium zu ersetzen kann man „weiche“ Knochen (Hühnerhälse etc.) durch einen Fleischwolf drehen und verfüttern. Auch Hirschhorn- oder Knochenmehl eignet sich als Knochenersatz.

Fleisch und Gemüse können zusammen durch den Fleischwolf gedreht werden, damit ist das „Aussortieren“ des ungeliebten Gemüses nicht mehr möglich. Die Fütterung von ungeputztem Pansen kann eine Gemüsemahlzeit ersetzen.

Nein, das ist normal. Rohes Fleisch hat einen höheren Wasseranteil als Trockenfutter. Trotzdem sollte auch bei gebarften Hunden frisches Wasser ständig zur Verfügung stehen

Eine Darmsanierung ist durch die Gabe von Darmbakterien (Probiotika) gekennzeichnet.

Besonders nach der Gabe von Antibiotika und chemischer Wurmkuren sowie bei Erkrankungen des Immunsystems sollten Darmsanierungen durchgeführt werden.

Die Dauer der Darmsanierung richtet sich nach dem Zustand des Patienten und kann bis zu einem Jahr dauern. Die Mindestdauer beträgt ca. 3 Monate.

Die erste Maßnahme bei Durchfall besteht in der Durchführung eines Fastentags. Beim Hund kann man mittels der Moro' schen Karottensuppe (ca. 80% durchgekochte Karotten, die letzten Minuten 20% Hühnerfleisch mitkochen) die meisten Durchfälle in kurzer Zeit in den Griff bekommen. Besteht der Durchfall länger oder tritt immer wieder auf, empfiehlt es sich eine Stuhluntersuchung auf Parasiten durchzuführen bzw. ein Stuhlprofil anfertigen zu lassen. Auch sollte eine eventuelle Beteiligung der Bauchspeicheldrüse abgeklärt werden, was labortechnisch möglich ist.

Zusätzlich kann man mit natürlichen Durchfallmitteln (verschiedene Kräuter) hartnäckigere Durchfälle behandeln.

Der Einsatz von Antibiotika ist, wenn nicht ein lebensbedrohlicher Zustand vorliegt, kontraindiziert.

Katzen mit Durchfall kann man auch mal einen Tag hungern lassen, dann mehrere kleinere Mahlzeiten mit gekochtem Hühnerfleisch füttern. Dazu ebenfalls natürliche Durchfallmittel verabreichen. Auch hier sollte ein länger währender oder immer wiederkehrender Durchfall mittels Stuhlprofil und Untersuchungen auf Parasiten bzw. Blutuntersuchung zur Abklärung der Beteiligung der Bauchspeicheldrüse durchgeführt werden.

Bakterien wie Salmonellen werden durch unhygienischen Umgang mit beispielsweise rohem Hühnerfleisch (in der Küche) übertragen. Das kann auch passieren, wenn Sie für sich selbst ein Huhn zubereiten. In Wirklichkeit geht die Gefahr einer Infektion mit Keimen oder Parasiten durch die Verfütterung von rohem Fleisch vom Hund oder von der Katze auf den Menschen gegen Null (laut einer RKI-Studie wurde im Jahre 2015 nicht eine einzige Erkrankung durch Keime von Hund oder Katze auf den Menschen gemeldet).

Leider wird in diesem Punkt der Tierbesitzer nicht nur von anderen Tierhaltern sondern auch von  Tierärzten stark verunsichert. Hier kümmert sich anscheinend niemand um die wirklichen Fakten.